Deutsch · Klasse 2–4
Was sind Wortarten?
Eine Einführung für den Grundschulunterricht
Jedes Wort in der deutschen Sprache gehört zu einer Gruppe – einer Wortart. Diese Gruppen helfen uns zu verstehen, welche Aufgabe ein Wort im Satz hat. Für Kinder in der Grundschule ist das ein erster wichtiger Schritt hin zum bewussten Umgang mit Sprache.
Die drei wichtigsten Wortarten in der Grundschule
Im Grundschulunterricht werden in der Regel drei Wortarten eingeführt:
- Nomen (auch: Hauptwörter) bezeichnen Dinge, Lebewesen, Orte und Begriffe. Sie werden im Deutschen großgeschrieben. Beispiele: Hund, Schule, Freude, Stadt.
- Verben (auch: Tunwörter) beschreiben Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände. Sie antworten auf die Frage „Was tut jemand?" Beispiele: laufen, schlafen, denken, sein.
- Adjektive (auch: Wiewörter) beschreiben, wie etwas ist. Sie antworten auf die Frage „Wie ist etwas?" Beispiele: groß, schnell, blau, freundlich.
Warum Wortarten wichtig sind
Wer Wortarten kennt, versteht Sätze besser – und kann selbst bessere Sätze bauen. Kinder, die wissen, was ein Verb ist, können ihre Texte gezielter überarbeiten: Sind meine Sätze zu monoton? Habe ich viele verschiedene Verben verwendet? Das Wissen über Wortarten ist kein Selbstzweck – es ist ein Werkzeug für mehr sprachliche Bewusstheit.
Erste Schritte im Unterricht
Am besten beginnt man mit dem, was Kinder direkt kennen: den Dingen im Klassenzimmer. „Was siehst du? – Einen Tisch. Einen Stuhl. Eine Tafel. Diese Wörter heißen Nomen." Das macht den Einstieg konkret und anschaulich.
Im nächsten Schritt können Kinder Verben über Bewegung entdecken: Hüpfen, Klatschen, Drehen – und das Wort dazu nennen. Adjektive lassen sich über Beschreibungsspiele einführen: „Ich denke an etwas Weiches, Rundes, Kleines..."
Farbcodierung als Orientierung
Eine bewährte Methode ist die farbliche Kennzeichnung der Wortarten: Nomen in Blau, Verben in Rot, Adjektive in Gelb. Diese Farbcodierung zieht sich am besten durch alle Materialien und Übungen des Schuljahres. So entstehen im Kopf der Kinder verlässliche Anker, an denen sich das Wissen festmachen kann.
Fazit
Wortarten sind kein trockenes Grammatikthema – sie sind der Anfang eines lebendigen Gesprächs über Sprache. Wenn Kinder verstehen, dass Wörter verschiedene Aufgaben haben, beginnen sie, Sätze nicht nur zu lesen, sondern wirklich zu verstehen.